„Wenn wir authentisch sein wollen, gehört zu einem richtigen
Wikingerfest auch ein Wikingerschiff“, waren sich die Initiatoren des
Feldberger Sportvereins beim ersten Wikingerfest 1993 einig.
Mittlerweile ist die „Freya“ nach zwölf Jahren zu einem Wahrzeichen der
Feldberger Seenlandschaft geworden und hat die Wikingerfeste lange
überlebt.
Die zum Bau des Schiffs notwendige „Werft“ gestalteten sich die Feldberger mit einem alten Ponton der Mosterei Dreiseydel aus Carwitz an der Badestelle am Amtswerder. „Der erste Entwurf entstand aus der Phantasie und glich eher einer Kogge denn einem Wikingerschiff“, erinnert sich Mitinitiator Werner Zimmermann lächelnd. Schon die erste Version wurde Freya getauft, nach der nordischen Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Nach zwei Jahren Nutzung erwachte der Ehrgeiz, das Schiff wikingerähnlich - geklinkert und mit elegant geschwungenen Steven an den Schiffsenden - umzubauen. Eine Delegation besuchte gar das Nationalmuseum in Oslo, um echte Wikingerschiffe in Augenschein zu nehmen.
Die Feldberger Wikinger um Manfred Hasenpusch, Axel
Gronau, Eckhard Nitzke, Wolfgang Lorenz, Werner Zimmermann, Fred
Bollmann und Manfred Blumrich suchten handwerklich versierte
Vorruheständler, denn es war klar, dass der Umbau mehrere hundert
Arbeitsstunden in Anspruch nehmen würde. „Ohne diese Helfer und die
Versorgung mit Material, vor allem durch die Bauunternehmung Thomas
Riedel, wäre der Umbau nicht möglich gewesen“, weiß Zimmermann auch
heute noch nur zu gut. Laufende Kosten wurden durch die jährlichen Wikingerfeste eingespielt. Nach dem letzten Fest 1998 finanziert sich die Freya seither aus der
Heuer bei Vermietungen. „Das Schiff wurde direkt so konzipiert, dass
bei bis zu 30 Personen Besatzung durch einen umklappbaren Mast alle
Brücken passier- und damit alle oberen Feldberger Seen befahrbar waren.
Das zwei Tonnen schwere Schiff lässt sich über zehn Ruderplätze oder
mittels eines Rahsegels bewegen“, erläutert Zimmermann das Konzept.
Der Sportverein, zu dem die Freya von Beginn an gehört, betont den
sportlichen Background der Vermietungen, gleichwohl geht die Nutzung
darüber längst hinaus. Schon mehrfach diente das Schiff als Kulisse
oder direkter Drehort für Fernsehbeiträge. Gut besucht sind auch die
Konzerte am Alten Zollhaus, wo die Freya seit Ende der 90er Jahre ihren
Liegeplatz hat, wenn eine Band vom Schiff aus die Gäste an Land
unterhält. Im Sommer wurde in der aufgehenden Morgensonne eine keltische Taufe
an Bord gefeiert und einmal im Jahr wird eine nächtliche
Sternschuppenfahrt angeboten. Jeden Samstag bietet die Haussee-Klinik
während der Sommersaison therapeutisches Rudern an. „Neben Fahrten zum
Fischer mit Maränenessen ist auch das Baden von Bord aus möglich. Wir
versuchen, fast alle Wünsche der Gäste zu erfüllen“, zeigen sich die
Steuerleute Zimmermann und Hasenpusch flexibel.
Im letzten Winter kam die Freya, die in der kalten Jahreszeit sonst aufgebockt am Ufer beim Alten Zollhaus überwintert, erstmals in eine richtige Werft. Beim Hängerbau Conow wurde das Wikingerschiff generalüberholt, konserviert und damit für die nächsten Jahre fit gemacht. „Außerdem haben wir uns einige Neuerungen einfallen lassen, die die Freya noch attraktiver gemacht haben “, gibt sich Zimmermann geheimnisvoll...









